Mein favourite Thing
Möchte mein Leben geordnet verlassen,
alles sortier‘n und auch nichts hinterlassen,
was meinen Liebsten nur Sorge und Qual.
Alles wird leichter und einfach normal.
Habe verfügt, was im Falle des Falles,
habe verschenkt und entsorgt längst schon alles,
was ich den Weg doch nicht mitnehmen kann.
Alles wird leichter, es bleibt nur das „wann“.
Habe die Zeit, euch lebe wohl noch zu sagen,
habe noch Antwort auf eure Fragen,
fühle noch sanft eure Hand auf dem Arm.
Alles wird leichter und innerlich warm.
Kann ich es ahnen, kann ich es spüren,
gibt es ein Zeichen, dem ich vertrau?
Find ich den Zeitpunkt, in Würde zu geh‘n?
Das wäre wirklich ein favourite thing.
Habe nur Schmerzen, die ich kaum bemerke,
habe noch Kraft und die innere Stärke,
Dinge zu klären, die ich hab‘ verpasst.
Alles wird leichter, es geht der Ballast.
Habe an alles, was Wert ist, gedacht,
habe noch lauthals und kraftvoll gelacht,
trage die Bilder gemeinsamer Zeit.
Alles wird leichter, ich mach‘ mich bereit.
Find‘ meinen Baum – auf grüner Wiese
mit weiter Krone, wie Arme ein Riese,
ich lass´ mich nieder und schau auf das Meer.
Alles wird leichter und innerlich leer.
Kann ich es ahnen, kann ich es spüren,
gibt es ein Zeichen, dem ich vertrau?
Find ich den Zeitpunkt, in Würde zu geh‘n?
Das wäre wirklich ein favourite thing.
Hab ich geübt, neue Wege zu schreiten,
die ich nicht kenne und die sich zuzeiten
absichtslos auftun und wunderbar führ’n?
Kann ich das Leichte im Leben auch spür’n?
Hab ich geübt, meinem Fluss zu vertrauen
und loszulassen, genau hinzuschauen,
immer im Wissen um die Endlichkeit,
immer zum Leben, zum Sterben bereit?
Will doch ganz wach bis zum Ende noch gehen,
will auch den Ängsten ins Auge sehen,
hab ich den Mut auch für diesen Moment,
bin ich bereit auch für ein happy end?
Kann ich es üben, kann ich es lernen,
gibt es ein Zeichen, dem ich vertrau?
Find ich die Wege, im Jetzt mehr zu sein?
Das wäre wirklich ein favourite thing,
ein favourite Thing, mein favourite Thing.
Musik: Richard Rodgers 1959 (My favourite things)
Text: Hartmut Blanke 2016